Bonaire, erste Eindrücke

Ganz anders: Taucherparadies Bonaire

Am 12. Februar heißt es „Anker auf“ und wir segeln nach Bonaire, wo wir Edd und Judy aus Alaska wiedersehen. Auch Antje und Holger mit ihrer „Freyja“ treffen wir hier wieder, wir hatten uns letztes Jahr auf La Gomera zuletzt gesehen.

 

Die Insel Bonaire besteht aus dem grüneren hügeligen nördlichen Teil und der flachen Südhälfte. Auf der ganzen Insel findet man wilde Esel und Leguane. Überall wachsen baumgroße Säulen- und Kandelaberkakteen. Die Säulenkakteen wurden und werden als Material für ziegensichere Hecken verwendet. Eine sehr charakteristische Baumart ist der Divi-Divi-Baum, der seine Krone wie eine Fahne nach dem Passatwind richtet. Die Südhälfte war immer schon eine Kakteenwüste.

 

Im Jahre 1971 wurde der Bonaire Marine Park gegründet, um die Unterwasserwelt zu schützen. Die intakten Riffe und das klare Wasser ziehen jedes Jahr etwa 50.000 Touristen zum Tauchen und Schnorcheln an. Bonaire wurde 2007 auf den vierten Platz der weltweit besten Tauchgebiete gewählt. Um dieses Paradies nicht zu gefährden, wurden strenge Regeln zum Schutze der Unterwasserwelt eingeführt.

 

Ride a Harley!

An Manfreds Geburtstag mieten wir uns eine schwere Harley-Davidson „Bad Boy“ und ötteln unbehelmt über das heiße Land. Wir durchqueren ein riesiges Salzgewinnungsgelände, eine ausgedehnte flache Meerwasser-Seenlandschaft. Mittels rostiger Windmühlen-Pumpen wird das Meerwasser langsam zugeführt und durch Verdunstung bleibt das Salz zurück. Es wird von hier als Spezialität in alle Welt exportiert. Mittlerweile wird ein Viertel der gesamten Landfläche der Insel zur Salzgewinnung genutzt. Mitten in diesem Gebiet beobachten wir Flamingos, denen man dort ein Schutzgebiet für den Bau ihrer Schlammnester eingerichtet hat. Wir entdecken eine Reihe alter steinerner Sklavenhäuser, kaum 2 mal 3 Meter im Grundriss messend, die früher zum Aufenthalt der Sklaven dienten, wenn diese von Montags bis Freitags in den Salzwerken arbeiten mussten. Zum Wochenende mussten sie einen rund 30 Kilometer weiten Fußmarsch zu ihren Familien zurücklegen.

 

Wir pausieren an einer großen Lagune, knietief breitet sie sich über Kilometer vor unseren Augen aus und wir bewundern die Kite-Surfer, die sich von ihren Lenkdrachen in atemberaubender Geschwindigkeit über das Wasser ziehen lassen. Gelegentlich beobachten wir Kunstsprungfiguren und Salti.

 

Der Nordteil der Insel wird bestimmt von uralten Korallenformationen, überwuchert von Dornengestrüpp und riesigen Kakteenfeldern. Hier und da scheuchen wir eine Ziegenherde auf, im Gegensatz dazu würdigen die zahlreich anzutreffenden Eselherden uns kaum eines Blickes. Den Abend lassen wir mit einem der Bedeutung des Tages angemessenen Dinner ausklingen.

 

Neben der weltweit wohl einzigartigen nicht vorhandenen Helmpflicht bietet die Insel eine weitere Besonderheit für Motorradkenner: Nationalsport bzw. ausgeprägtes Balzritual scheint es zu sein, mit stark motorisierten, oder auch frisierten Motorrädern möglichst lange (bis zu 50m) Beschleunigungsgummiabriebstreifen auf den Asphalt zu malen, was man den Reifen auch ansieht. Damit bei der starken Beschleunigung das Vehikel nicht mit den Vorderrädern abhebt, ist die Hinterradgabel um ca. einen halben Meter verlängert. Fast täglich ab 23:00 Uhr flanieren die Jünglinge mit ihren solchermaßen getunten Boliden über die Ufermeile mit jenen der 14.000 Inselbewohnern um die Wette, die etwas auf sich halten und allabendlich ihre Familien in ihren dicken Geländewagen ausfahren; selbst einen „Hummer“ haben wir schon gesehen.

 

(leider gibt es aufgrund eines Festplattencrashs hierzu keine Bilder)

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