Traumzeit auf Tobago

Hier nun unsere Eindrücke aus Tobago, der kleineren des Zwei-Insel-Staates Trinidad und Tobago. Inzwischen haben wir jegliche europäische Unrast abgelegt und beschlossen, dass wir noch längere Zeit in dieser tropisch warmen Gegend verbringen wollen. Zunächst wollen wir die Karibik noch näher kennen lernen, so muss New York noch etwas warten.

 

Nach vier Wochen Barbados ziehen wir weiter nach Tobago, einer rund 40km x 13km großen Insel, die bisher weitgehend vom Tourismus verschont geblieben ist. Am späten Abend laufen wir in stockfinsterer Dunkelheit die Store Bay an. Erst im letzten Moment bemerken wir im Suchscheinwerferlicht die unbeleuchteten Ankerlieger, die gegen den hell illuminierten Hintergrund an Land praktisch unsichtbar sind. So lassen wir unseren Anker knapp neben den wahrgenommenen Yachten fallen. Am nächsten Morgen fahren wir zum Einklarieren mit dem Bus in das 12km entfernte Scarborough und sehen uns mit Vorwürfen des Zollbeamten konfrontiert; wir hätten bereits am Vorabend direkt vor Scarborough ankern und sofort einklarieren müssen, schließlich sei das Zollamt 24 Stunden am Tag geöffnet…

 

Zurück am Ankerplatz, verholen wir unser Boot aus der Abseitsposition zu den übrigen Ankerliegern. Das Anker-auf-Manöver gestaltet sich allerdings etwas schwierig, immer schwergängiger wird die Ankerwinsch, scheinbar hat sich der Anker irgendwo verklemmt. Manfred schwimmt mit Taucherbrille zum Ort des Geschehens und erkennt im 6m tiefen milchig-blauen Wasser, dass wir mit unserem Anker das armdicke 33-kV-Kabel untergehakt und einen Meter hoch gezogen haben. Hochspannung pur sozusagen. Da es hier laut Karte nur gut haltenden Sandboden gibt, hatten wir erstmalig auf eine Sorgleine verzichtet. Wie gut, dass wir uns noch in Seelze einen Fanghaken für solche Fälle gebastelt hatten. So gelingt es nach einigem Jonglieren, den Anker am Bügel zu fassen und unter dem Kabel herauszuziehen. Nun liegt es wieder ruhig auf Grund, aber von uns weicht die Hochspannung nur langsam, immer wieder malen wir uns aus, was gewesen wäre, wenn…

 

Wir verholen uns nun an eine der zahlreich ausgelegten und kostenlosen Mooring-Bojen(Festmachetonne). Am nächsten Tag bekommen wir den Hinweis, uns nicht auf die Bojen zu verlassen und zur Sicherheit zusätzlich unseren Anker ausbringen sollten. Nachdem wir diesem Rat gefolgt sind, geraten wir am nächsten Morgen wieder mal unter Hochspannung: Die Mooring-Boje schwimmt an unseren Festmachern neben unserem Boot, das armdicke Ankertau hing nur noch am buchstäblichen seidenen Faden und hatte sich über Nacht komplett durchgescheuert. Wieder geht uns stundenlang durch den Kopf, was alles hätte sein können, wenn wir nicht den Anker zusätzlich ausgebracht hätten und unser schönes Boot nach einem Landausflug nicht mehr da gewesen wäre…Da das Ankern für uns noch Neuland darstellt, ist der Lerneffekt entsprechend groß. Künftig gibt es(hoffentlich) kein Ankermanöver mehr, das nicht in allen Einzelheiten auf Haltbarkeit überprüft ist einschließlich Sichtkontrolle mit Schwimmbrille und Schnorchel.

 

Doch nun zu Tobago: Im Gegensatz zu Barbados, dass 350 Jahre ununterbrochen unter britischer Herrschaft stand, wechselte Tobago insgesamt 22 Mal zwischen Holländern, Engländer und Franzosen die Besitzer, so war man überwiegend mit Angriff und Verteidigung beschäftigt, Strukturen konnten sich daher kaum festigen. So ist die „Hauptstadt“ Scarborough im Wesentlichen ein dreckiges stinkendes Nest geblieben. Lumpige Märkte wechseln sich ab mit fliegenden Händlern und verdreckten, altertümlichen Läden, Versuche, Shopping-Malls zu etablieren, sind eher als gescheitert anzusehen. Einzige städtebauliche Dominante bilden KFC (Kentucky Fried Chicken) und das bescheidene „Cruise-Ship-Terminal“, an dem die Kreuzfahrtschiffe sporadisch anlegen, um günstig Diesel zu bunkern. Weiter draußen, auf der „Grünen Wiese“ gibt es eine mit US-amerikanischen Maßstäben inszenierte Shopping-Mall mit Movie-World(Kino) und internationalen Highlights wie Nike, Pizza-Hut, KFC und Subway, wo die Beschäftigten schon mal barfuss auf den Tresen steigen, um die Hängeschränke zu erreichen.

 

Wir erstehen das Büchlein „Chacharaca„ von der Deutschen Luise Kimme und einen Prospekt "What's on...in Tobago" 2010, woraus wir wie folgt zitieren: "Ich dachte, sie sprechen hier Englisch, aber ich habe kein Wort von dem, was er sagte, verstanden!" Natürlich nicht, es mag eine englische Grundlage haben, aber Tobagonians sprechen Tabagonian! Es ist eine Sprache mit eigenen Berechtigung, eine kreolische Sprache, kein Dialekt. Dies überrascht nicht, wenn man die Geschichte Tobagos betrachtet. Zunächst einmal war es für fast zweihundert Jahre eine Sklaven-Insel mit Afrikanern von verschiedenen Gebieten herübergebracht …Es wurden 7 oder 8 verschiedene afrikanische Sprachen gesprochen. Zweitens waren afrikanische Sprachen bei den "slave-masters" geächtet, sie erwarteten englisch sprechende Sklaven und drittens waren die Sklavenbesitzer meisten Schotten. Daraus ergibt sich ein englisches Vokabular in einer schottischen Version, eine afrikanische Sprachstruktur und schließlich mit eigenem Akzent gesprochenes Tobagonian.

 

"Ah goin' by Joefield boat nah to sih if he ketch anything dis marning." meint: "I am going to Joefield's boat to see if he caught anything this morning." Es wird nur in der Gegenwartsform gesprochen, es gibt keine Vergangenheits- oder Zukunftsform. "Is she fault dat he lose he watch last week." meint: "It is her fault that he lost his watch last week." Es gibt also auch kein "ihm" oder "ihr" sondern nur "er" oder "sie".

 

Eine weitere hübsche Betrachtung ist den Pelikanen gewidmet, wir könnten es kaum besser formulieren: ... und die höchst spannenden Pelikane. Sie berühren das Wasser mit ihren Flügeln nicht, gerade nicht. Weiße kleine Vögel landen auf ihnen, wenn sie nach ihrem Tauchen wieder zum Vorschein kommen, und versuchen ein Fischstückchen zu schnappen. Pelikane haben einen weißen Bauch, der Rest des Körpers ist grau-braun. Sie strecken ihren Nacken in einer dramatischen Kurve aus, dehnen ihre Beine, schwingen die Flügel und stürzen sich in der Luft drehend runter. Pelikane falten ihre Beine unter den Schwanz, wenn sie ein geringe Höhe über dem Wasser erreichen. Könnte sein, ich soll diese Vögel mit vier Flügeln zeichnen, aufwärts und abwärts zur gleichen Zeit. Eine Zeichnung kann jedoch die Drehungen in der Luft vor dem Aufplatschen nicht darstellen. Es scheint schwer für sie zu sein auf einem Felsen zu landen: Riesig ausgebreitete Flügel, Füße nach unten, eine Platz findend zwischen all den anderen stehenden oder sitzende Pelikanen.

 

"You enjoy your Job?!", dies ist keine Frage, dies ist eine Aufforderung von einem uns unbekannten Mann, der gerade die Straße kreuzt. Er hat genau beobachtet, dass wir keineswegs amüsiert sind, schließlich stehen wir seit einer halben Stunde bei brütender Hitze an der Haltestelle und warten auf den Bus, der da kommt oder auch nicht. Und wann, das hängt davon ab, wie oft er unterwegs anhalten muss, erläutert uns eine junge Frau. Wir müssen jedoch zum Zoll in die Hauptstadt und finden unseren „Job“ eigentlich ziemlich doof. Unser Mann aber erklärt uns, die Sonne scheint und der Tag ist wundervoll und er strahlt über das ganze Gesicht und nun können auch wir uns freuen! Wir begegnen regelmäßig der fast ultimativen Aufforderung, über den Tag erfreut zu sein, den Abend, das Essen usw., sie lachen uns an, winken, wir wurden sogar gefragt, warum wir immer gleich weiterziehen (why you so agressive?), wenn wir mit dem Dingi an Land kommen, wir könnten uns doch auch mal hinsetzen und uns am Strand erfreuen! Bei der Erkundung der näheren Umgebung treffen wir am Straßenrand auf einen recht heruntergekommenen älteren Mann, der uns eine durch Schnitzereien verzierte Kalebasse verkaufen will. Wir sind nicht interessiert, er lässt nicht locker und macht ohne Erfolg Reklame für seine Arbeit. Tage später begegnen wir uns wieder, er kommt sichtlich irritiert zu uns, warum wir die Kalebasse nicht haben wollten, sie bringe uns doch Glück?? Wieder Tage später springt er auf als wir uns sehen, er strahlt über das ganze Gesicht: "Hier, ein ganz besonders schönes Exemplar!" und nun können wir nicht mehr nein sagen, seine Arbeit ist wirklich schön und wir freuen uns und er freut sich und hat jetzt auch noch unser Geld in seiner Hosentasche. Und wir freuen uns immer, ihm zu begegnen, er berichtet, wie es ihm geht, wir berühren uns mit den Handknöcheln und wünschen uns gegenseitig "Enjoy your day" und Gudrun hat ihn richtig in ihr Herz geschlossen.

 

Unser Ankerplatz ist phantastisch: Kaum mehr als ein halbes Dutzend Yachten, kaum nennenswerter Schwell, der Strand ist in 200m Entfernung mit dem Dingi jederzeit sicher erreichbar, dieses wird einfach am Zaun angeschlossen, eine einfache, freundlich bewirtete Strandbar mit einigen Einheimischen und mehreren Touristen, darunter die netten Schweizer Judith und Peter, sie leben seit 10 Jahren in Albany, NY. und erzählen viel über die Amerikaner. Daneben das geschickt in die flache Palmenlandschaft eingepasste Cocos-Resort mit 70 Betten und etwas weiter entfernt das unauffällige Crown-Point-Beach-Hotel.

Zur anderen Seite der Bucht schließt sich ein traumhaft schöner Palmenstrand an, der in zahlreichen Publikationen als karibischer Werbe-Musterstrand abgebildet ist. Hier gibt es einige ärmliche Fischerbuden, ein schwach besuchtes Restaurant und am Pidgeon Point eine kostenpflichtige Freizeitanlage mit allen Annehmlichkeiten. Hier sind die Surfer und Kiter zu Hause, die in flachem Wasser mit kurzen steilen Wellen rasende Fahrten machen und zuweilen übermütige Salto schlagen. Am Strand beobachten wir Pelikane, die im Sturzflug ihre fischige Beute machen; prompt versuchen freche Möwen, ihnen den Fang seitlich aus dem Schnabel zu zerren. Wir lesen heruntergefallene Kokosnüsse am Strand auf, mühsam werden sie an Bord von ihrem dicken harten Bast befreit, wir laben uns an frischer Kokosmilch und genießen das saftige Mark.

 

Der südlichste, flache Teil der Insel besteht aus einem Korallenstock, der immer noch weiter wächst, viele alte Mauern bestehen jedoch aus versteinerten Korallen, die in früheren Zeiten als Mauerziegel verwendet wurden. Wir unternehmen einen Ausflug mit einem der Glasbodenboote ins nahegelegene Buccoo-Riff und beobachten durch die dicken Glasscheiben im Bootsboden die Welt der Korallen und der Rifffische. In einem sehr flachen Teil des Riffs lassen wir den Anker fallen, werden mit Taucherbrille und Schnorchel ausgerüstet und dürfen diese einzigartige Korallenwelt selbst erkunden. Stellenweise ist das Wasser so flach, dass man darin stehen kann. Bei einer unserer Busfahrten für zwei TT-Dollar (ca. 20 Eurocent) lernen wir Reinhard aus Dresden kennen, mit ihm unternehmen wir einen kleinen Ausflug zu einem leider fast versiegten Wasserfall, in dessen Tosbecken nehmen wir in der Nachmittagshitze ein erfrischendes Bad und werden von einer kurz darauf erscheinenden weiblichen Uniformträgerin auf das wegen der Wasserknappheit geltende Badeverbot hingewiesen. Ja, diese üppig bewachsene Tropeninsel leidet derzeit sehr unter Wassermangel, das kostbare Nass von oben bleibt dieses Jahr aus und ist streng rationiert. Die bergige Landschaft ist in weiten Teilen von dichtem Urwald bedeckt, allerdings sehen wir mehr braune als grüne Farben. Selbst den Botanischen Garten in Scarborough hat es ziemlich mitgenommen, da auch hier die Wasserversorgung eingeschränkt ist.

 

Nach fast vier Wochen in der Store Bay zieht es uns weiter, wir motoren gegen Wind und Welle zur 15 Seemeilen entfernten Englishman’s Bay, einer einsamen, selten besuchten Bucht mit einem wunderbaren, palmengesäumten Sandstrand. Es läuft permanent mehr oder weniger Schwell in die Bucht und mit dem Dingi ist in der brechenden Welle nicht anzulanden. So ankern wir in 250m Entfernung vom Strand und begeben uns schwimmend an Land. Trockene Sachen verpacken wir im wasserdichten Packsack und ziehen unser Gepäck an der langen Leine schwimmend hinter uns her. Vor der Landung ziehen uns die Wellen hin und her und als wir endlich Sand unter den Füßen haben, müssen wir aufpassen, dass wir nicht wieder zurückgeschwemmt werden. In einer zweistöckigen Bretterbude gibt es neben ostasiatischem Kitsch Kaltgetränke und eine überschaubares Essensangebot, darunter köstlichen Fisch vom Grill. Nebenan gibt es etwas Kunsthandwerkliches wie importierten Schmuck und bunte Tücher zu erstehen, wir sehen Frauen dicke Rasta-Wollmützen stricken. Am Nachmittag erklingt die Melodie „Oh Tannebaum“ aus einer elektronisch verstärkten Spieluhr, so kündigt sich hier der Eismann an! In den Bäumen sitzen Papageien und futtern irgendwelche Früchte, es fliegen unbekannte langschwänzige metallisch-blaue Vögel durch die wohl 15 m hohen Bambusbüsche und am Strand beobachten wir bleiche Krebse, die sich in tiefen Höhlen im Strand vergraben und uns ängstlich aus ihren Stielaugen anglotzen. Hier leben wir weitgehend in den Tag hinein, wir schwimmen viel, schnorcheln manchmal, spielen abends Canasta, würfeln, lesen oder schreiben, hören Musik. Gudrun stellt das Sonnensegel fertig und Manfred aktiviert das Reserve-Dingi, leider ist es nicht absolut luftdicht und es reift langsam der Wunsch nach einem stabileren Gefährt. Gudrun backt zu Ostern köstlich frisches Brot, leider macht die Hefe nicht mehr so richtig mit, dafür öffnen wir nach langer Zeit mal wieder ein Glas Heidefrühstück und verzehren den letzten von La Gomera mitgebrachten Serrano-Schinken.

 

Nach einer Stippvisite in der nicht ganz so spektakulären „Bloody Bay“, wo wir frühmorgens von Fischern an einen anderen Standort gebeten werden, weil sie die ganze Bucht mit Netzen versperren wollen erreichen wir Charlotteville, an der „Man of War Bay“. Dieses verschlafene kleine Nest ist Heimat zahlreicher Fischer, die mit ihren kaum 8 Meter langen, offenen Booten die Gewässer nördlich der Insel bejagen. Am Sonntag früh um fünf Uhr holt ein Fischer namens Dash uns vom Boot ab und wir fahren mit ihm hinaus in die Nacht, im Morgengrauen erreichen wir die Fanggründe rund um die von Tausenden von Vögeln bewohnten Felsen. Vor dem Hintergrund des von der aufgehenden Sonne rot beleuchteten Himmels kreisen hunderte Fregattvögel, um sich ihr Frühstück aus dem Meer zu schnappen. Wir rasen vom 40 PS starken Außenborder auf 10 bis 12 Knoten Gleitfahrt gebracht übers Meer, setzen in Wellentälern krachend auf und spüren unsere Wirbelsäule und unser polsterverwöhntes Hinterteil. Wir schleppen vier Leinen von ca. 100m Länge und 2-3mm Durchmesser mit in Plastiktintenfischimitationen verborgenen 5cm großen Drillingshaken hinter uns her und nach einer halben Stunde, von uns unbemerkt, erfolgt der Biss, nein zwei Leinen sind gleichzeitig gestrafft. Dash zieht mit bloßen Händen an der dünnen, nässeglatten Nylonschnur, während sie Manfred immer wieder durch die dicken Gummihandschuhe hindurchrutscht und er schließlich seinen Fang verliert. Dash zieht jedoch scheinbar mühelos den kapitalen Dolphin ins Boot. Nein, kein Delphin, sondern eine Goldmakrele ist hier gemeint. Nach vier Stunden schneller Fangfahrt haben wir noch zwei kleinere Bonitos im Boot. Wir sind ziemlich müde und echt beeindruckt von der harten Arbeit der Fischer und freuen uns, dass wir den Rest des Tages relaxen können.

 

Hier in der Man-of-War-Bay hat sich eine kleine Seglergemeinschaft gebildet. Peter aus England ist mit seiner jungen Estländerin gern und oft Gastgeber und so lernen wir bald die französischen, spanischen, englischen, schottischen und dänischen Crews kennen, die alle Interessantes zu berichten wissen.

Gill und Dennis aus Schottland frönten früher dem„mountain-running“, jetzt sind sie begeisterte Wanderer. Obwohl es hier weder Wanderwege noch qualifizierte Landkarten gibt, lassen wir uns zu einem Erkundungsausflug überreden. Wir klettern morgens ins Schlauchboot, das übrigens inzwischen zweimal repariert ist und offenkundig dichthält und treffen uns um 8 Uhr am Strand. Nach drei Stunden steil bergauf durch den Urwald ist der Pfad zu Ende, wir beide kehren um und sind nach gut zwei Stunden müde und kaputt wieder im Ort. Bei 30 Grad im Schatten ist das Wandervergnügen eher beschwerlich und der Schweiß rinnt in Strömen. In der Sonne sehnt man sich nach Schatten, dort aber ist es windstill und sobald wir stehen bleiben, stechen uns irgendwelche Plagegeister. Dennoch erfreuen wir uns an der wunderbaren Natur und sehen viele tropische Vögel, wie z.B. Fregattvögel, Ibisse, Kolibri, Papageien, Motmots und dem gelbschabeligem Tropenvogel Phaethon aethereus sind wir bereits draußen auf der freien See begegnet.

Gut, dass wir rechtzeitig umgekehrt sind; später kommen nach und nach auch die Anderen zurück, sie haben keinen weiteren Pfad gefunden.

Kultureller Höhepunkt ist auch hier wieder ein Polizeikonzert. Ähnlich wie auf Barbados geht es steif und polizeigemäß los und endet auch wieder mit der Nationalhymne und alle, wirklich alle Zuschauer stehen „stramm“. Nach dem Pflichtteil allerdings geht’s in die Vollen: Eine Soulsängerin mit beeindruckender Figur und Stimme tritt auf, zwei Posaunisten geben ein Solo, ebenso ein Saxophonist. Der Chef der Kapelle gibt stolz bekannt, dass die Band sogar im Jahre 2003 in Deutschland beim internationalen Polizeimusikwettbewerb mit Erfolg dabei war und legt ein eindrucksvolles „Gloria“ hin. Den Höhepunkt bildet ein junger schlaksiger Sänger in Uniform, der die hier zu Lande aktuellen Hits darbietet und Jung und Alt zu begeistern weiß. Für uns soll es das Abschiedskonzert von Tobago gewesen sein und demnächst ziehen wir weiter zur 70 Seemeilen entfernten Nachbarinsel Grenada, von dort gibt es dann den nächsten Bericht.

 

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