Entspannung pur: Islas de Cies

Hier ist es schon fast ein bisschen paradiesisch, vor allem sind wir hier alleine, das hätten wir gar nicht erwartet. Bei unserem Landgang machen uns zwei freundliche Parkranger auf das seit 3 Jahren bestehende Ankerverbot in dieser Bucht aufmerksam und bieten die nächste Bucht an. Wir verholen dorthin und machen Urlaub, wie wir ihn uns erträumt hatten: In der Nähe rauschen die Wellen sanft den schneeweißen Sandstrand hinauf, das Schlauchboot wird zu Wasser gelassen und mit Fotoapparat und in Wanderstiefeln erkunden wir die Gegend. Die Luft ist erfüllt von Meeresrauschen, Möwengeschrei und Eukalyptusduft. Alle 30m ein freundliches „Olá", das spanische Wort für Hallo.


Die Inseln sind seit 2001 zusammen mit einigen anderen in der Umgebung Naturschutzgebiet. Es ist zwar alles streng reglementiert, kein Müll, kein Feuer, vorgeschriebene Wege usw., andererseits kommen Fähren aus drei Richtungen vom Festland herüber, es gibt einen Campingplatz nebst Restaurante und Supermercado. Dennoch haben wir einen sehr positiven Eindruck. Die Natur wird geschützt, aber dem Menschen nicht völlig entzogen. Es gibt vier bezeichnete „Wanderrouten", jeweils gerade mal 5 bis 8km lang, 150 bis 180 Höhenmeter, also wirklich nichts Gewaltiges, aber uns ungeübten Spaziergängern reicht es für einen Muskelkater. Die Temperatur liegt bei angenehmen 25 Grad und es geht ein leichter Wind.


Wir brechen nun wieder auf, werden einige Tage in Bayona verweilen, Post und Einkäufe erledigen und uns auf die Weiterreise nach Portugal vorbereiten.

Die Überfahrt nach Bayona, einer nettenKleinstadt an der Mündung des Rio de Vigo beträgt nur zwei Stunden, wir halten uns hier vier Tage auf: Zum Einkaufen, für die Post, für die Wäsche und last but not least für Besuche auf Nachbarschiffen. Ganz lange Gespräche führen wir mit Inge und Wolfgang, die mit ihrer „Stella Maris" von Kiel aus 5 Jahre um die Welt gesegelt sind und uns natürlich für unsere Pläne viele Erfahrungen und (Alternativ)-Ratschläge weitergeben.


Weil das Ankern bei den vorgelagerten Inseln so schön war, fahren wir noch einmal dorthin, diesmal zur Nachbarinsel Isla de S. Martin. Zu dieser Insel kann man nur mit dem eigenen Boot kommen, ankern und mit dem Beiboot an den feinen Sandstrand rudern. Die Wege sind vollständig zugewachsen. Dadurch ist wandern leider nicht möglich. Es gibt auch kein Cafe oder Restaurant. Somit hat man die Chance ablenkungslos seinen Gedanken nachzuhängen, Muscheln zu sammeln, dem Treiben der Tagesausflügler zuschauen. Wir freunden uns mit einem kleinen Sanderling an, der behände vor den sich brechenden Wellen am Strand hin- und herflitzt und mit seinem spitzen Schnabel allerlei für ihn Schmackhaftes aufpickt. Wir genießen die Freude am Ankern und werden auch mutiger was die Ankertiefe und die Nähe zu anderen Booten angeht, für alles ist Erfahrung erforderlich und die sammeln wir auch hierbei.


Von hier brechen wir nach zwei Tagen in aller Frühe auf, damit wir bei Tage die Strecke bis Póvoa de Vazim in Portugal schaffen. Dieser Ort liegt nahe Porto und ist nach dorthin mit einer Bahnlinie verbunden. Die Küstenlinie ist schnurgerade und etwas eintönig, wir freuen uns auf ein Ankommen und erwarten ein kleineres Küsten-Fischer-Örtchen. Wir müssen jedoch erstaunt eine Skyline zur Kenntnis nehmen, die uns an Manhatten in Miniatur erinnert.

 

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