Gröön is dat Land, witt is de Strand, rood is de Kant...

...datt sünt de Faaben vun Helgoland.

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18. Juni: Nun aber los! Bei moderatem SW-Wind setzen wir die Segel und schleichen uns nachmittags an der 5 km langen Stromkaje entlang und beobachten die fast 400m lange „Eleonora Maersk" beim Anlegen. Gegen Mitternacht erreichen wir Helgoland und gehen, wie dort üblich als sechstes Schiff ans „Päckchen", für Nichtsegler sei das kurz erklärt: Ein Boot liegt am Steg, alle folgenden machen dann am jeweils außen liegenden Boot fest. Hier wollen wir einige Tage bleiben. Es wird steuerbegünstigt Diesel gebunkert, beim Schiffsausrüster eingekauft, Proviant gebunkert, und Insel besichtigt.


Wir setzen über zur Düne, wie die kleine flache Insel in unmittelbarer Nachbarschaft genannt wird. Wir beobachten Seehunde und Kegelrobben aus nächster Nähe, sie lassen Menschen bis auf 15 Meter an sich herankommen.
Wir erschließen uns wandernd das Oberland und benutzen den befestigten Klippenrandweg, der direkt an der Felskante verläuft und an alten Bombentrichtern vorbeiführt. Hier oben in knapp 50m Höhe weht es kräftig, aber die Ausblicke sind großartig: Am Horizont ziehen die Containerkarawanen ihre Bahn, im Oberland weiden frisch geschorene schwarze Schafe, die Lämmer trauen sich beängstigend nah an den Abgrund.


Die Felskante ist dicht besiedelt von Trottellummen, die ihre noch flugunfähigen Küken beizeiten zu einem 50m tiefen Sturzflug (Lummensprung) aus dem Nest locken. Sie „teilen" sich den Platz mit Dreizehen- und Silbermöwen, Tordalken, Eissturmvögeln und Basstölpeln. Nach soviel Natur sehen wir uns noch einiges Menschenwerk an: Helgoland sollte im Dritten Reich die gesamte deutsche Kriegsflotte aufnehmen können. Die Insel ist mit Tunnelräumen regelrecht durchlöchert. Vieles wurde nach dem Krieg gesprengt, einiges ist heute noch zu besichtigen.


Helgoland wird heute u.a. als Stützpunkt für allerlei Behördenfahrzeuge genutzt, Zoll, Seenotrettungskreuzer, Schifffahrtspolizei, Fischereiaufsicht, Tonnenleger und Mehrzweckschiffe wie die „Mellum", die alles kann, auch Ölteppiche absaugen. Immer noch müssen die Ausflugsschiffe vor Helgoland ankern. Die Passagiere werden mit den eichenen „Börtebooten" an Land gefahren. Inzwischen laufen auch Katamaran-Schnellfähren die Insel an, die dürfen jedoch direkt an der Kaimauer anlegen, mit der Folge, dass immer weniger Börteboote gebraucht werden. Nach knapp einer Woche auf der Insel ist alles aufgefüllt, wir sind ausgeruht, der Wind steht günstig und „Schiwa" zerrt schon wieder an den Leinen. Das nächste Ziel heißt Emden.

 

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