Bastelurlaub in Emden

Wir legen um 13:00 Uhr ab, der Wind ist leicht, kommt aus Ost, nimmt in der Nacht auf 5 zu, wir reffen und im Morgengrauen gibt einige 7er Böen. Bei einer Patenthalse reißt die Großschot den Schutzbügel samt Kompass von der Steuersäule, letzterer bleibt jedoch glücklicherweise heil!


Gegen 15:00 Uhr erreichen wir unser Ziel, etwas müde, weil wir beide praktisch nicht geschlafen haben. Allerdings reicht die Kraft noch, 3km in die Stadt zu laufen, um abends auf dem Marktplatz dem EM-Halbfinalspiel Deutschland-Türkei beizuwohnen. Schöne Stimmung, unter Bäumen beim Bier türkische Musik und Bauchtanz, und das mitten in Emden.

 

Emden ist über 1000 Jahre alt, der alte Hafen „Ratsdelft" liegt mitten in der Stadt und beherbergt 3 Museumsschiffe. Auch mit dem Sportboot kann man hier liegen.
Hier in Emden gehen die Uhren schon deutlich anders: Man merkt fühlbar die Nähe zu Holland. Der Funkverkehr mit der Großen Seeschleuse findet teilweise „op Platt" statt, und wenn's gar nicht mehr zu verstehen ist, mag es wohl Friesisch sein.

 

Hier werden wir nun wieder eine Zeit verbringen, die ersten Reparaturen erledigen, besagten Schutzbügel erneuern, der Klodeckel wackelt gewaltig. Außerdem soll hier endlich der Umbau der Hundekoje erledigt werden.
30. Juni: Gudrun reist mit der Eisenbahn nach Bremerhaven um das Auto zu holen. Dabei wird die neue Nähmaschine einer ersten Wartung unterzogen und durchgesehen, war im Preis mit drin. Außerdem war wieder ein Paket für uns angekommen, mit 1135 Einschlagmuttern, die wir von Helgoland aus über ebay ersteigert hatten. Vier ganze Wochen verbrachten wir in der liebenswürdigen Kleinstadt Emden, wo wir einen gemütlichen kleinen Urlaub und ein paar Basteleien eingeschoben hatten.


Am Samstag, den 26.Juli, 06:00 Uhr verlassen wir Emden und geraten am gleichen Abend draußen vor der holländischen Küste in eine schwere Gewitterfront. Gegen 21:00 Uhr erreicht uns die Böenwalze mit 52 Knoten Windgeschwindigkeit, (für Landratten: Windstärke 10, Dauer ca. 5 Minuten), legt uns trotz des zweiten Reffs fast auf's Wasser und dann wird das Schauspiel „Weltuntergang" aufgeführt: Rabenschwarze Nacht. Die Himmelsschleusen stehen weit offen, die Wellen werden vom Regen geradezu platt gedrückt. Die ansonsten rabenschwarze Nacht wird von grellem Gewittterblitzlicht ringsum taghell erleuchtet. Es donnert nicht, es kracht und wummert. Uns wird mulmig. Ängstliche Gedanken kreisen um die möglichen Folgen eines Blitzeinschlags: Sämtliche Elektronik incl. GPS wäre dann unbrauchbar, auch der Motor ließe sich dann wegen des zerstörten Magnetschalters nicht mehr starten. Oder schützen uns der Stahlrumpf und das Rigg vor solchem Malheur? Gut, dass wir von dieser Erfahrung verschont bleiben. Das GPS liefert uns durchgehend verlässliche Standorte und langsam motoren wir in die von uns gewollte Richtung. Gegen 01:00 Uhr lässt das Unwetter nach. Doch gegen 04:00 Uhr erwischt es uns ein zweites Mal, diesmal allerdings etwas „ruhiger", überwiegend Wolkenblitze, etwas weniger Starkregen. Der Skipper legt selbst Hand an. Es kann aber nichts passieren, denn Hein Blöd sagt den richtigen Kurs an.


Wir beschließen, nach diesem fulminanten Auftakt die kommende Nacht in Den Helder auszuruhen, wo wir gegen 21:00 Uhr unsere Leinen im überfüllten Königlich-Niederländischen Marine-Yacht-Club belegen. Die Umgebung ist ein riesiges Marinearsenal, voll gestopft mit Fregatten, Versorgern, U-Booten und sonstigen „Grauen". Nach 3 kleinen durchgezapften und schaumlosen Heinecken nebst Verdünnung in Form von Genever geht's in die Heia und um 06:00 Uhr sind wir bereits wieder auf den Beinen, weil unsere Nachbarn aus dem Päckchen wollen.

 

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